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Aktuelle Bilder vom BOC 2014

 

 

Stein auf Stein die Zukunft bauen

Möhnesee/Soest, November 2012.  Großeinsatz an unserer Möhnesee-Schule sowie bei unseren Kooperationspartnern, dem Börde-Berufskolleg und der Agentur für Arbeit in Soest: Für alle 94 Achtklässler unserer Verbundschule aus Haupt- und Realschule wurde in einem achttägigen „Berufsorientierungscamp“ das Fundament gelegt für eine erfolgreiche Berufs- und Lebensplanung!

Rund 30 begleitende Lehrkräfte und Kooperationspartner der Möhnesee-Schule waren außerhalb der Möhnesee-Schule für die Schülerinnen und Schüler aktiv,  ob in den Seminarräumen im Haus des Gastes, im Jugendtreff, im katholischen Pfarrheim in Möhnesee-Körbecke oder im Berufsorientierungszentrum (BIZ), der Agentur für Arbeit in Soest oder in den ausgezeichnet ausgestatteten Fachräumen des Börde-Berufskollegs.

 


 

 

 

 

 

 

Aus BOM wird BOC

Etwa 10 Jahre ist es nun schon her, dass zum ersten Mal eine zweitägige „Berufsorientierungsmaßnahme“ (BOM) für alle Achtklässler an der Möhnesee-Schule durchgeführt wurde: Außerhalb des Schulgebäudes fand ein Berufsorientierungs-Seminar statt, in dem Mädchen und Jungen in Kleingruppen jeweils ganz unter sich waren. Insbesondere  Klassenlehrer/innen, Schulleitung und Berufsorientierungskoordinator/in, aber auch Kooperationspartner (evangelischer Geistlicher/ Jugendsozialarbeiter der Gemeinde) waren an der Durchführung beteiligt.

Unterstützt durch zahlreiche Materialien und Medien standen die Themen „Stärkenermittlung“ und „Lebensplanung“  für die Jugendlichen im Vordergrund. Die Auswertung ihres Könnens und ihrer Lebensplan-Entwürfe sowie der Vergleich mit beruflichen Möglichkeiten führten schließlich zu einer persönlichen Einengung der Berufsfelder. Diese erfolgreichen Bestandteile sind im Kern bis heute geblieben und viele hundert Schülerinnen und Schüler der Möhnesee-Schule haben bereits davon profitiert.

Eine Veränderung dieses Seminars gab es ab dem Jahre 2008, als das NRW-Schulministerium und die „Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit“ mit über 30 Millionen Euro die nordrhein-westfälischen Schulen mit dem Programm „Zukunft fördern - Vertiefte Berufsorientierung gestalten“ massiv unterstützten, umgesetzt von der Stiftung Partner für Schulen NRW. Darunter war auch das Modul „Berufsorientierungscamp“ (BOC) mit identischen Elementen und Zielsetzungen wie in unserer Berufsorientierungsmaßnahme (BOM).


 

 

Durch unsere Teilnahme an dem Modul „Berufsorientierungscamp“ (BOC) und die bereitgestellten Mittel konnte die „Berufsorientierende Maßnahme“ (BOM) wesentlich weiterentwickelt werden zu diesem bisherigen Stand (November 2012):

1. Schritt: Die beiden Seminartage

Im zweitägigen Seminar außerhalb der Schule, dabei jeweils Jungen und Mädchen für sich, gehen die Schülerinnen und Schüler unserer Haupt- und Realschule in Kleingruppen zunächst u.a. diesen Fragen nach:

Wie haben Erwachsene in meinem Umfeld ihr (berufliches) Leben gestaltet? Wie war mein Leben bisher? Wie, wo und wann möchte ich später mal wohnen und arbeiten, wann eine Partnerschaft eingehen, vielleicht eine Familie gründen, welchen Hobbys nachgehen? Welche Stärken habe ich? Welche „starken Seiten“ könnte ich beruflich in welchen Berufsfeldern nutzen? Was muss ich beim Schreiben einer Bewerbung, bei der Vorbereitung eines Vorstellungsgesprächs vor meinem ersten Betriebspraktikum beachten? Wie und wo bewahre ich meine ganzen Unterlagen zur Berufsorientierung auf?

In diesem Jahr leiteten unsere Klassenlehrer/In der 8. Klassen die Seminare des BOC: Kirsten Heyer, Falko Temme, Nikolas Dons, Peter Tigges sowie die weiteren Lehrkräfte Petra Klimke, Frederic Spaniel und Meinolf Padberg und Schulsozialarbeiterin Anne Malkus  unterstützt durch zahlreiche bewährte, aber auch neu entwickelte Materialien.

Attraktive, oft erlebnispädagogische Spiele begleiten das Programm, stärken Selbstbewusstsein und Teamfähigkeit, geben dem Berufsorientierungscamp Eventcharakter und verbreiten eine motivierende Lernatmosphäre.

 

2. Schritt: Die BiZ – Erkundung: Schatzgräber in Berufsfeldern

Weiter ging es für einen Vormittag ins Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit in Soest. Hier knüpften die Schülerinnen und Schüler an ihre Erkenntnisse an:  In welchen Berufsfeldern und Berufen finde ich meine persönlichen „Schätze“ wieder? Wo finde ich hilfreiche Informationen und Beratung? Wie sieht ein Steckbrief zu meinen Berufsfavoriten aus?  Für jede der 4 Möhnesee-Schulklassen nahm sich Berufsberaterin Svenja Maron, die zukünftige Ansprechpartnerin der Schülerinnen und Schüler, besonders viel Zeit. Sich im BiZ zurechtfinden, in die zahlreichen Medien der Agentur für Arbeit einzuführen, seinen Berufs-Favoriten auf die Spur zu kommen – das waren die Themen des Lernorts „Berufsinformationszentrum“.

 


 

 

3. Schritt: Pilotprojekt Berufsfelderkundung: Möhnesee-Schule und Börde-Berufskolleg  Soest

Seit drei Jahren setzen wir mit dem Börde-Berufskolleg in Soest mit sehr gutem Erfolg ein Pilotprojekt zur Berufsfelderkundung um:

Ausgangspunkt sind die bisherigen Überlegungen der Schülerinnen und Schüler aus Schritt 1 (Seminar zur Berufs- und Lebensplanung) und Schritt 2 (BiZ-Erkundung). Die gewonnene Klarheit über Interessen, Fähigkeiten und einen (vorläufigen) Lebensplan sowie der Vergleich mit beruflichen Möglichkeiten münden ein in eine Auswahl von Berufsfeldfavoriten, bei einigen Jugendlichen sogar schon von konkreten Berufen.

Im folgerichtigen nächsten Erprobungs-Schritt können sich unsere Schülerinnen und Schüler nun am Börde-Berufskolleg drei Berufsfeldfavoriten zuordnen, die ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen entsprechen und die sie aus einem breiten Angebots-Spektrum von Berufsfeldern auswählen können. So sehen wir in der vertieften Berufsfeld-Erprobung am Börde-BK eine nahezu ideale Bereicherung. Zur Auswahl am Börde-Berufskolleg stehen diese Berufsfelder:

Gesundheit/Pflege, Körperpflege/Friseur/Kosmetik, Erzieher/Sozialpädagogik, Ernährung/Hauswirtschaft/Gastronomie, Gestaltung/Maler, Kfz.-Technik, Elektrotechnik, Metalltechnik, Holztechnik, Robotertechnik/Programmierung.

Die Praxisangebote am Börde-Berufskolleg werden geleitet von erfahrenen Fachlehrern des Börde-Berufskollegs. 

Ergänzt werden die Praxis-Angebote durch Kooperationspartner Markus Wortmann (Unternehmen Die SignWelt /Möhnesee) mit einem kaufmännischen Angebot.

Alle Erkundungsangebote haben Projektcharakter und enthalten typische Ausbildungsaufgaben des jeweiligen Berufsfeldes. Alle Jugendlichen unserer Möhnesee-Schule erhalten nach Abschluss der Berufsfelderkundung eine detaillierte Bescheinigung über das erkundete Berufsfeld.

Die Berufsfelderkundung am Börde-Berufskolleg an 6 Nachmittagen (in diesem Jahr aus organisatorischen Gründen an 5 Nachmittagen) bildet für unsere Schülerinnen und Schüler erfahrungsgemäß den Höhepunkt des Berufsorientierungscamps. Die Freude an der praktischen Erprobung und über das Geleistete ist groß.

Alle drei Berufsorientierungscamps mit der Durchführung der Berufserkundung bei unserem Kooperationspartner Börde-Berufskolleg in Soest wurden evaluiert. Die Evaluation der Berufsfelderprobung am Börde-Berufskolleg ergab 2011 bei 75 Schüler/innen und 2012 bei 94 Schüler/innen hervorragende Werte mit einer Durchschnitt(schul)note von jeweils 1,9  und mit sehr guten Rückmeldungen auch von den Eltern während der zeitnahen Elternsprechtage wie auch von den durchführenden Lehrkräften beider Schulen. Die zielgerichtete Auswahl des nachfolgenden Praktikums in Klasse 9 - nach übereinstimmenden Rückmeldungen von Schülern, Eltern und Lehrkräften - führen wir auf das gelungene Berufsorientierungscamp in Klasse 8 zurück. (Weitere Informationen zur Evaluation siehe unten)  

 


 

 

Dokumentation im Portfolioinstrument „Logbuch“

Alle Erfahrungen und Ergebnisse des „Berufsorientierungscamps“ werden schließlich im persönlichen „Logbuch“, dem Portfolioinstrument des Kreises Soest zur Berufsorientierung (Stand 2011), gesammelt und u.a. für die Planung der nächsten Schritte, insbesondere der Auswahl des zielgerichteten Praktikums in Klasse 9 genutzt.  

 


 

Sehr gute Evaluationsergebnisse

Das erweiterte „Berufsorientierungscamp“ wurde in den vergangenen drei Jahren regelmäßig analysiert und ausgewertet:

1. Auswertung 2010 (50 Schüler/innen):

Auftraggeber der Auswertung: Bundesagentur für Arbeit/ Nürnberg (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) mit Unterstützung des Schulministeriums NRW

Durchführung: Sozialforschungsstelle der Uni Dortmund (SFS) sowie Zoom - Gesellschaft für prospektive Entwicklungen e.V. in Göttingen

http://www.prospektive-entwicklungen.de/projekte/aktuelle-projekte/-boc

Ziel: Zwei Schüler/innen-Befragungen (vorher/nachher) sowie eine Begleiter/innen-Befragung, um die Wirkungen dieses Berufsorientierungscamps im Rahmen einer bundes- und europaweiten Studie (Fortsetzung ESF-Fördermittel) festzustellen.

Obwohl die Einzelergebnisse unserer Möhnesee-Schule in der Gesamtauswertung aufgingen und leider nicht zugängig waren, so ist für uns von bleibendem Wert, dass die professionellen „Auswerter“ in einem ersten Feedback voll des Lobes waren, außerordentlich beeindruckt von der klaren Systematik des Ansatzes und der praxisorientierten, zielgerichteten Durchführung, was durch zahlreiche Schüler/innen- und Begleiter/innen-Interviews sowie durch eine 40-seitige schriftliche Dokumentation (Ablaufpläne, Arbeitsmaterialien, Dokumente und Fotos) belegt wurde.

2. Auswertung 2011 (75 Schüler/innen):

Die Auswertung wurde für die Schüler/innen mithilfe eines von der Möhnesee-Schule selbst entwickelten Fragebogens durchgeführt. Für die begleitenden Fachkräfte aller Durchführungsbereiche gab es ein Auswertungsgespräch an der Möhnesee-Schule sowie ein weiteres Auswertungsgespräch am Börde-Berufskolleg. Eine Dokumentation 2011 wurde erstellt.

Von den Schüler/n/innen wurde eine Gesamtnote (wie Schulnote)  von 2,1  vergeben. Von den durchführenden Fachkräften wurden durchgehend sehr positive Rückmeldungen abgegeben.

3. Auswertung 2012 (94 Schüler/innen):

Der bereits 2011 zum Einsatz gekommene Fragebogen wurde 2012 weiterentwickelt. Von den Schüler/n/innen wurde für das Berufsorientierungscamp eine Gesamtnote (wie Schulnote)  von 2,0  vergeben.  Gut (2,05) fanden die Schüler/innen den Zugewinn an „Klarheit für den Praktikumsberuf in Klasse 9 bzw. die berufliche Richtung“. Mit „gut“ (2,04) beurteilten sie ebenfalls den Zugewinn an „Klarheit über die persönlichen Stärken“.

Schülermeinungen: „Es war einfach nur cool und hat Spaß gemacht.“ „ Es war sehr toll.“ „Es hat mir viel gezeigt.“

Auswertungsgespräche mit allen mitwirkenden Fachkräften ergaben wieder sehr gute Beurteilungen.  


 

 

 

 

 

 

Dank an alle Beteiligten

Es war für die Organisatoren und alle Mitwirkenden eine große Herausforderung, das 8-tägige Berufsorientierungscamp für fast 100 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 zu bewältigen …

·      … mit der Planung und Belegung von 7 außerschulischen Seminarräumlichkeiten für 2 Tage in verschiedenen Gebäuden,

·      … mit der wunschgemäßen passgenauen Verteilung von fast 300 Projektwünschen unserer Jugendlichen auf 11 Projektangebote an 6 Tagen am Börde-Berufskolleg,

·      … mit der stundenplantechnisch exakten Einbettung in den unterrichtlichen Wochenablauf (einschl. Fachraumbelegung) sowohl für die Möhnesee-Schule als auch für das Börde-Berufskolleg,

·      … mit der Mobilitätsbereitschaft von Jugendlichen und Eltern zur Wahrnehmung außerschulischer Lernorte (Hin- und Rückfahrt)

·      … mit der regelmäßigen zuverlässigen Teilnahme aller Schüler/innen an den Nachmittagsterminen am außerschulischen Lernort

Nach den Rückmeldungen haben wir diese Herausforderung zur Zufriedenheit aller Beteiligten sehr gut gemeistert!

Ein ganz großer Dank der Projektleiter Meinolf Padberg (Möhnesee-Schule) und Franz Rickert (Börde-Berufskolleg) sowie der Schulleitungen Birgit Berendes (Möhnesee-Schule) und Dr. Peter Steinbüchel (Börde-BK) gilt daher der sehr guten Zusammenarbeit und dem tollen Engagement aller bereits genannten Mitwirkenden sowie den Eltern unserer Schülerinnen und Schüler und nicht zuletzt den Jugendlichen selbst, die den grundlegenden Wert dieses Berufsorientierungs-Fundaments erkannt haben und für den nächsten Planungsschritt in Richtung Beruf (Praktikum in Klasse 9) nun bestens gerüstet sind.

Ein weiterer Dank geht an dieser Stelle nach Düsseldorf an die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und das Schulministerium NRW, die als Fördergeber das von der Möhnesee-Schule zusammen mit seinen Kooperationspartnern gestaltete „Berufsorientierungscamp“ mit einer Summe von 6000 € finanzieren sowie an die Stiftung Partner für Schule, die mit der Umsetzung des NRW-Programms „Zukunft fördern – Vertiefte Berufsorientierung gestalten“ beauftragt ist.


 

Perspektive

Wir gehen davon aus, dass Aufbau und Durchführung dieses wertvollen Bausteins „Berufsorientierungscamp“ an unserer Möhnesee-Schule in Kooperation mit dem Börde-Berufskolleg und der Agentur für Arbeit in Soest für alle Schüler/innen dauerhaft erhalten bleibt, zumal die Bestandteile des Berufsorientierungscamps mittlerweile zu den verpflichtenden Standardelementen der Berufs- und Studienorientierung in NRW gehören.

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