Afrika–Projekt der Möhnesee-Schule

St. Theresia Vocational School in Awiaso / Ghana

Durch die Zusammenarbeit mit Pastor Auffenberg in der Schulseelsorge, erfuhren wir im letzten Schuljahr (2014/15) von seinem Projekt einer Mädchenschule in Ghana und unterstützten diese auch bereits anlässlich seiner Verabschiedung aus der Gemeinde Möhnesee.

In diesem Schuljahr setzte sich die Klasse 8d zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Dorothea Bökmann und der Förderschullehrerin Beate Abel im Rahmen der Projekttage intensiv mit der Thematik auseinander. Unterstützt wurden sie dabei von Frau Margret Krampe, die diese Schule zusammen mit Monsignore Auffenberg bereits zweimal besuchte. Dabei brachte sie ausführliches Film- und Fotomaterial mit und entführte uns mit ihren anschaulichen Erzählungen in die fremde Welt des afrikanischen Landes. Schnell konnten die Schüler/innen der 8d nachvollziehen wie anders das Leben ihrer Altersgenossinnen in Ghana ist.

Bereits im Jahr 1998 wurde Pastor Auffenberg durch den Besuch eines Hospitals der Schwestern der Gemeinschaft der Missionshelferinnen Würzburg, welche sich um die steigenden Aidsinfektionen kümmerten, auf die arme Region aufmerksam.

Die Bevölkerung im westlichen Zipfel des Landes am Atlantischen Ozean besteht hauptsächlich aus Kleinbauern und Fischern, deren Lebensstandard sehr einfach, ja ärmlich ist. Ihre Lebensgrundlage wird ihnen durch industrielle Großfischerei und Verschmutzung der Umwelt mit Quecksilber entzogen. So entwickelte sich in den Jahren ein reger Verkehr zur bessergestellten benachbarten Elfenbeinküste und sehr viele junge Frauen und Mädchen endeten dort in der Prostitution. Sie brachten das Geld heim, doch oft auch die Krankheit und den schnellen Tod.

In dieser Situation erklärte sich Pfarrer Auffenberg bereit, durch seine damalige Pfarrei St. Ägidius in Wiedenbrück und durch andere Sponsoren finanziell den Bau einer Mädchenschule in diesem abgelegenen Ort zu ermöglichen. Nur durch Schulung und eine Berufsausbildung konnte den Mädchen ein anderer Start ins Leben ermöglicht werden. Die Missionsschwestern übernahmen die Leitung, es wurden Unterkünfte für das Lehrpersonal, Klassenräume und das notwendige Internat mit 100 Betten geschaffen.

Im Jahr 2001 konnte die Schule eröffnet werden, wo seitdem außer den Pflichtfächern vor allem Kochen, Nähen und inzwischen auch Computer gelehrt wird. Viele Jahrgänge konnten inzwischen die Schule erfolgreich absolvieren und fanden Anstellungen in Hotels oder in kleinen Betrieben.

Da der Staat bis heute keine Zuschüsse genehmigt hat, ist der Fortbestand der Einrichtung auf Spenden angewiesen und finanziert sich zu einem großen Teil aus Erlösen des Christkindelmarktes in Wiedenbrück.

Mit ihrem Afrika-Cafe der Klasse 8d am Tag der offenen Tür, der Spendensammlung unter der Schülerschaft und auf dem Weihnachtskonzert und vieler anderer kleinerer Projekte ist es der Schulgemeinde gelungen, über 900 Euro für diese Schule zu sammeln.

Die Schüler/innen sind stolz, den schönen Erlös ihrer Aktionen persönlich an Pastor Auffenberg übergeben zu dürfen.

Alle Beteiligten wünschen sich, dass der Kontakt zwischen den beiden so unterschiedlichen und weit voneinander entfernten Schulen aufrechterhalten wird.

 

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