Verantwortungsprojekte an der Möhnesee-Schule

Schülerinnen und Schülern Verantwortung zu übertragen, heißt, sie aktiv gestaltend in das Schulleben (Schule in der Gemeinde) einzubeziehen.

Kann man, darf man Schülerinnen und Schülern Aufgabenbereiche überlassen, die ein mehr oder weniger hohes Maß an Zuverlässigkeit voraussetzen? Was geschieht bei Versagen? Wie sehen Mitschüler diese Wahrnehmung von Sonderaufgaben? Welche Kollegen stehen als Ansprechpartner zur Verfügung?

Alle neuen Vorhaben sind mit Fragen verbunden, die gestellt werden sollen, um Klarheit und Akzeptanz zu erreichen.

Die Grundidee der Verantwortungsprojekte ist keiner Schule fremd, denn wir setzen bei jeder Art der Projektarbeit, bei Formen des offenen Unterrichts und des kooperativen Lernens auf die Fähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler, sich für einen Teil der Planung und Durchführung  selbstständig einzusetzen.

Die Verantwortungsprojekte nehmen diese Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler auf und transferieren sie auch auf außerunterrichtliche Situationen.


Zwei Varianten des Prinzips an der Möhnesee-Schule

An der Möhnesee-Schule bieten sich zwei Varianten des Prinzips „Verantwortung lernen“ an:

Gestaltung/Unterstützung des Schullebens

Teilnahme an der Über-Mittag-Betreuung (Landesprogramm NRW, erweitertes „13Plus“-Angebot)

Hilfe bei der Pausenaufsicht im Gebäude

Aquarium-, Volièrendienst

Busbegleiter/Busguides

Paten für Fünftklässler

Mithilfe bei der Schulgestaltung

Durchführung einer Hausaufgabenbetreuung

         

Umsetzung/Anwendung schulischen Wissens

Projekt  „Schüler helfen Schülern“ -  Förderstunden für Klasse 5 / 6

Projekt  „Jung trifft Alt“ – Kooperation mit dem örtlichen Altenheim

Projekt  „Streitschlichtung“ – Schüler lösen Konflikte

Projekt  „Schulsanitätsdienst“

Projekt  „Grünes Klassenzimmer“ – Engagement am Südufer des Möhnesees

In beiden Bereichen benötigen Schülerinnen und Schüler klar umrissene Zuständigkeiten, die sie möglichst in Partner- oder Kleingruppenarbeit übernehmen. Bisherige Experten – Fachlehrer, Klassenlehrer, Schulleiter, Hausmeister, SV-Lehrer, externe Fachkräfte – weisen interessierte Schülerinnen/Schüler ein, geben ein Stück Verantwortung ab und stehen gleichzeitig als Berater, Ansprechpartner, gegebenenfalls auch als Kritiker zur Verfügung.

Im Bereich „Umsetzung/Anwendung schulischen Wissens“ steht die Verzahnung von Unterricht und Einsatz in authentischen Situationen im Vordergrund. Hier wird das für einen bestimmten Anlass im Wahlpflichtunterricht oder im AG-Angebot erworbene Wissen zum Wohle der Gemeinschaft eingesetzt.

Führen die Schülerinnen und Schüler die übernommenen Aufgaben selbstständig, zuverlässig – verantwortungsbewusst über ein Schulhalbjahr oder Schuljahr aus, erhalten sie ein Zertifikat, das die Leistung des Einzelnen und die Bedeutung für die Schule dokumentiert.

Unsere Erfahrungen sind sehr positiv. Jüngere Schüler erleben ihre älteren Mitschüler vorbildlich und wachsen in eine Verantwortungs- und Anerkennungskultur hinein.

Für viele ist diese Form der Teilnahme am Schulleben ein Ausgleich zu fachlichen Problemfeldern. Sie zeigen Stärken in wichtigen – auch außerunterrichtlichen – Schulsituationen und qualifizieren sich auf diese Weise zusätzlich für ihren späteren beruflichen Weg. 


Begriffsbestimmung „Verantwortung lernen“

Schüler leisten in Verantwortungsprojekten einen Dienst für Mitschüler und Menschen in der Gemeinde.

Sie erarbeiten in der Schule im Unterricht  themenrelevante Lerninhalte.

Auf diese Weise ...

... lernen Schüler durch ihre aktive Teilnahme an tatsächlich vorhandenen Aufgaben. Dabei werden fachliche, methodische und soziale Kompetenzen gefördert.

  • ... erhalten Schüler die Chance, in der Schule erworbenes Wissen und erworbene Kompetenzen in authentischen Situationen anzuwenden.
  • ... entstehen soziale Bindungen und Kommunikation.
  • Das Verantwortungsbewusstsein der Schüler wird gestärkt und demokratisches Handeln entwickelt.
  • (siehe Sliwka/Frank ‚Service Learning – Verantwortung lernen in Schule und Gemeinde’, Weinheim 2004, S.9)                                                                 

Nach dem Schuljahr / Schulhalbjahr können die Projektteilnehmer bei Bedarf auch als Experten von Lehrerinnen/Lehrern im Fachunterricht eingesetzt werden (Religion/Biologie/Deutsch..).

Die „Lernpyramide“ gibt Aufschluss über die durchschnittliche Einprägungsrate von neu erworbenem Wissen je nach Vermittlungsmedium:

  • Hören – 5%
  • Lesen – 10%
  • Audio-visuelles Aufnehmen – 20%
  • Vorführen – 30%
  • Aktive Diskussion – 50%
  • Praxisanwendung – 75%
  • Vermittlung an andere/unmittelbare Anwendung des Gelernten – 90%
  • ( nach:National Training Laboratories, Maine, in: Service Learning, siehe oben, S.14)

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